Palmenwedel, so weit das Auge reicht, und die brennenden Sonnenstrahlen auf der Haut. Und ich mittendrin, im Genuss dieses Privilegs, hier sein zu dürfen. Nun kann ich sagen: Ich bin in meiner Reise angekommen. Ganz bewusst bin ich hier und sauge all die Landschaften, all diese Menschen, denen ich begegne, und Erlebnisse auf.
Die letzten drei Wochen verbrachte ich an der Karibikküste. Von Cancún ging es runter – erst nach Tulum, dann bis Bacalar an die Grenze zu Belize. Nach zwei Nächten in Cancún mieteten wir ein Auto und fuhren nach Tulum zu meiner Tante.
Tulum ist ein kleiner Ort, von dem ihr bestimmt schon einmal etwas gehört habt. Bekannt durch diese typischen karibischen Strände: türkisblaues Wasser, weißer Sand, lauter Palmen. Der Inbegriff von Paradies für viele.

Außerdem findet jedes Jahr Anfang Januar ein Festival mit elektronischer Musik statt. Ein wahrer Besuchermagnet ist das Berliner DJ-Duo „Keinemusik“, welches bestimmt viele kennen. Aufgrund dieses Events hat Tulum einen wahrlichen Tourismusboom erlebt. Die Strandpromenade ist voll mit überteuerten Beachclubs, die sich alle gegenseitig in ihrem Luxus und ihrer absurden Dekoration ausstechen wollen. Sie kreieren eine fast schon filmartige Kulisse, die den Besuchern erlaubt, in eine andere Welt einzutauchen. Denn genau das wollen die Besucher, die ich für mich in eine neue Kategorie von Menschen einordne: „reiche Menschen, die Hippies inszenieren“. Menschen, die barfuß die ganze Nacht Party an diesem paradiesischen Ort machen.



Fast schon schade – der Ort wirkt komplett verändert, fast schon wie ein exklusiver Club. Wenn du keine 50 € für ein Getränk zahlen kannst, kommst du nicht rein.
Trotz des extremen Tourismus und der Gentrifizierung der kompletten Strandpromenade haben wir das zu unserem Vorteil genutzt, die extrem luxuriösen Beachclubs genossen, jede Menge Party gemacht und die erschaffenen filmartigen Atmosphären in den Bars und Restaurants gelebt.
Außerdem befinden sich mitten im herumliegenden Dschungel jede Menge der sogenannten „Cenotes“. Das sind kleine Naturpools mit schön abkühlendem Wasser. Rundherum lauter Lianen, Palmen, Eidechsen und Vögel, die ich nicht zuordnen kann.


Trotz der Romantisierung Mexikos, die diese touristischen Orte schaffen, weckt einen dann doch die Realität. Die Realität, dass man sich noch in einem Entwicklungsland befindet, wo das Leben nach anderen Regeln gespielt wird.
So passiert es, dass man von der Polizei angehalten wird und sie sich eine Straftat ausdenken, damit sie Geld bekommen, um ihr Abendbrot zu bezahlen. Was tun, wenn Repräsentanten und Schützer des Landes, Autoritäten wie die Polizei, ihre Macht ausnutzen und korrupt sind? Widerspricht man Männern mit Maschinengewehren, die vor dir stehen und Hunderte von Euros von dir verlangen?
So passiert es auch, dass du bei einer Tankstelle statt 600 Pesos (30 €) auf einmal 1.300 Pesos (65 €) zahlen sollst – für angebliche 51 Liter, wobei in das Auto nur 36 Liter reinpassen. Hilflosigkeit. Situationen, die mich in den letzten Wochen vieles gelehrt haben. Die beweisen, dass man überall, egal wo, achtsam und aufmerksam sein muss. Doch das ist Teil dieser Reise und eine Gelegenheit zu lernen. Und vielleicht sogar eine Gelegenheit, Ehrlichkeit noch mehr wertzuschätzen und nicht als selbstverständlich anzusehen.
Von Tulum ging es zwei Tage später runter nach Bacalar, ein Ort an der Grenze zu Belize 🇧🇿. Bacalar wurde mir von so vielen Menschen empfohlen und als schönster Ort an der gesamten Karibik gekürt, weshalb kein Weg daran vorbeiführte. Zweieinhalb Stunden Autofahrt. Eine der schönsten Autobahnen, auf denen ich je gefahren bin: rechts und links Dschungel, eine Straße, auf der kaum Autos fahren. Wir ganz alleine einmal quer durch. Am Himmel lauter riesige Raubvögel und Affengeräusche.

Ab und zu fährt man durch kleine Orte, in denen sich die Bewohner systematisch auf die Straße stellen und jede Menge Ananas, Mangos und Lederware an vorbeifahrende Autos verkaufen. Auch ich fahre ein Stück auf der Autobahn mit meinem nun neu errungenen Führerschein. Sogar an einer kleinen Pyramide kommen wir vorbei.

Umso näher wir kommen, desto öfter schimmert das türkisfarbene Wasser der Hauptattraktion – die Lagune mit den sieben Farben – durch den dichten Dschungel durch.
Wir buchten eine Bootstour, badeten im klaren Wasser, so weit du schaust nur Blau. Die Lagune ist riesig und so türkisblau, wie ich es selten gesehen habe. Ebenfalls befinden sich einige Cenotes in der Lagune. Diese erkennt man am Farbunterschied im Wasser, die viel dunkler sind, da diese meist 50–100 Meter tief sind?!

Unsere Unterkunft: eine Holzhütte, in deren Mitte ein riesiger Baum steht. Nachts lauter Vogel- und Affengeräusche.

Und so verweile ich hier mit immer mehr Eindrücken und Herausforderungen. Voller Dankbarkeit und Vorfreude auf das, was alles noch kommen mag.
Nun genug von mir. Jetzt kommen wieder regelmäßige Updates.
Ich freue mich wirklich sehr über Feedback, ein kleines Hallo in den Kommentaren oder in meinen Nachrichten.
Bis bald,
eure kokosnussessende Brenda 🥥

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