Nun wird es endlich Zeit, dass ihr mal wieder ein paar Worte von mir hört. Wenn man so viel erlebt, rennt einem die Zeit davon.
Einmal über einen großen Teil ganz allein – was für ein Gefühl.
Endlich Mexiko. Meine andere Hälfte.
Wie viel Lebensfreude mir dieses Land schenkt.
Den ersten Monat verbringe ich in der Stadt Querétaro – mittlerweile eine wirklich große Stadt. In den letzten zehn Jahren hat sich die Einwohnerzahl auf rund drei Millionenverdoppelt. Ein echter Boom hat die Stadt erreicht.

Querétaro liegt im Zentrum Mexikos, etwa drei Autostunden nördlich von Mexiko-Stadt. Die Stadt besitzt eine wunderschöne Altstadt mit vielen Kirchen und Plätzen, an denen sich Menschen jeden Alters treffen. Überall verkaufen Leute traditionelle Stickereien, Puppen oder kleine Leckereien.

Die Altstadt gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe, vor allem wegen der beeindruckenden kolonialen Architektur aus der spanischen Zeit.
Das Hauptwahrzeichen der Stadt sind die sogenannten „Arcos“ – große Bögen aus Backstein, die im 18. Jahrhundert erbaut wurden und früher der Wasserversorgung dienten.

Diese Stadt hat eine ganz besondere Bedeutung für mich. 2010 bin ich hierhergezogen und habe einige Jahre meines Lebens hier verbracht. Meine Oma und meine Tante waren damals frisch hergezogen, weil es in Tampico, ihrer Heimatstadt, zu gefährlich wurde.
Ich wuchs in einer sogenannten „Privada“ auf – eine Art Gated Community. Dort lernte ich viele Kinder kennen, mit denen ich bis heute befreundet bin. Wir spielten jeden Tag gemeinsam draußen.
Im Laufe der Zeit hat es mich immer wieder nach Querétaro verschlagen. Ich verbrachte viele Sommer hier, manchmal meldeten mich meine Eltern sogar für ein paar Monate von der Schule ab, und wir flogen her. So lernte ich mit der Zeit immer mehr Menschen kennen – Menschen, die mich stets wie Familie behandelt haben.
Ob große Familienreisen mit 20 Personen oder Hochzeiten: Ich war immer da und willkommen.
Auch meine wildesten Partyjahre habe ich hier verbracht. Zu jeder Party gingen wir – es floss jede Menge Tequila und wir manövrierten uns auch in die ein oder andere gefährliche Situation. Egal welcher Wochentag: Wir feierten, tanzten und sangen.

Und nun bin ich wieder hier – zum ersten Mal ganz bewusst. Es fühlt sich an wie früher, umgeben von all den Menschen, die mich hier immer begleitet haben. Heute gehe ich einfach zehn Schritte rüber zum nächsten Haus und klingele. Diese Spontanität. Wie früher, wenn man rüberläuft, um zu fragen, ob jemand spielen will. Man kommt zum Abendessen vorbei, zum Quatschen oder einfach nur zum Abhängen.
Dieses Gefühl, einfach hier zu leben, hat mir so gefehlt. Ich möchte nicht wie ein Tourist herumrennen – ich möchte einfach leben.
Ich verspüre hier eine Lebenslust wie nirgendwo sonst. Hier macht einfach alles Spaß. Es tut so gut, mit allen zu reden – vom Opa meiner Freundin bis zum Kleinkind. Hier gehören alle zusammen und lieben sich. Eine ganz andere Art des Miteinanders: Man teilt alles.
So genieße ich meine Zeit hier in vollen Zügen: spazieren gehen, Käffchen trinken, ausgehen, tanzen, entdecken, selbst Auto fahren und natürlich ganz viel essen.

Querétaro ist die Hauptstadt dieses Bundesstaates, doch rundherum gibt es viele kleine Städte und Dörfer. In denen man super Tagesausflüge machen kann. Eines davon ist Bernal, ein kleines Dorf mit einem ganz besonderen Highlight: Hier befindet sich der zweitgrößte Monolith der Erde – ein riesiger, einzelner Fels. Aufgrund dessen wird dem Ort eine besondere Energie nachgesagt. Viele Menschen reisen hierher, um sich zu reinigen oder heilen zu lassen.

In der Umgebung gibt es tausende Minen für Edelsteine: Obsidian, Quarz, Silber und sogar Opale.
Als Kinder fuhren wir oft zu diesen Minen, die Freunden meiner Eltern gehörten. Rauf auf den Pick-up – und los.
Rundherum gibt es viele Ranches mit jeder Menge Pferden, Maisfeldern und ganz vielen Fiestas. Jiha!
Nächste Woche geht es weiter an die Küste: Tampico wartet.
Das heißt, dieses Weihnachten gibt es Mango mit Chili am Strand. Und ganz vielen Garnelen 🦐 !
Eure tanzende und singende Brenda

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